Intuitive Bedienung? What you see is not what you get (WYSINWYG)
Mal ganz ehrlich - wie oft stehen wir vor einem Ticketautomat und versuchen zu verstehen was der Entwickler sich bei der Menüführung wohl gedacht hat? Mir passiert das hin und wieder! Und meist genau dann, wenn ich nicht genügend Zeit habe um vor Ort mal eben den „Bachelor of Ticketing“ abzulegen. Zugegeben, seit TWINT & Co ist das begleichen der Parkgebühr ein Kinderspiel geworden. Aber leider gibt es sie noch. Diese Parkplatz-Glücksspielautomaten, deutlich erkennbar an den langen Warteschlagen.
Gut, der soziale Faktor darf nicht vernachlässigt werden, so werden noch schnell Scheine in Geldmünzen getauscht und über das gemeinsame Schicksal entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Doch als zivilisiertes Mitglied der Gesellschaft möchte ja nur die Parkgebühr bezahlen und nicht zwingend neue Bekanntschaften machen. Während der Wartezeit schaue ich dann meist sehr aufmerksam nach Hinweisen wie das Monster wohl zu bedienen sei, so dass ich im Anschluss möglichst schnell und ohne psychischen Druck von hinten meinen Obolus entrichten kann. Endlich stehe ich vor der blinkenden Edelstahlsäule. Schnell noch die Anweisungen quergelesen und dann schon die Münzen versenkt. Irritiert stelle ich fest, dass es keine Möglichkeit gibt ein Tagesticket auszuwählen. Erst nach 4 Versuchen drücke ich eine Teste, welche jedoch eine andere Funktion beschreibt und siehe da - hier komme ich doch noch zum Ziel. Das tragische an der Sache ist, dass ich beim nächsten mal wieder vor dem gleichen Problem stehen werde, da es hier für mich keine verwertbare Logik gibt.
Ich erinnere mich an einen Produktelaunch der mit einer „kinderleichten Bedienung“ beworben wurde. Der Beweis dafür wurde an einer Messe erbracht an welcher die 10 jährige Tochter des Geschäftsführers den neuen Frequenzumrichter ohne Einflussnahme programmierte. Da dies von der Messeleitung jedoch als Kinderarbeit taxiert wurde, wurde das Experiment wieder abgebrochen. Es wäre durchaus eine Überlegung wert, solche Geräte vor der Markteinführung in unbelastete Hände zu geben und ausgiebig testen zu lassen. Nur dann gilt: „What you see is what you get“. (WYSIWYG)